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Harz, Schweiß und Neustart: Die Handballer des SC Freising blicken auf eine intensive Vorbereitung zurück

Wenn der Geruch von frischem Harz durch die Freisinger Sporthallen zieht, wissen die Handballer der Domstadt, dass die härteste Zeit des Jahres hinter ihnen liegt. Die Herrenmannschaft des SC Freising hat eine kräftezehrende Sommer-Vorbereitung für die neue Saison in der Bezirksoberliga (BOL) hinter sich gebracht. Nach dem Abpfiff der vergangenen Spielzeit blieb im Kader kaum ein Stein auf dem anderen. Am vergangenen Sonntag stand nun endlich der lang ersehnte Härtetest an: Zum Saisonauftakt ging es direkt im Derby gegen die SpVgg Altenerding.

Der große Umbruch: Frischer Wind an der Isar

Nach zahlreichen Abgängen zum Ende der letzten Saison stand fest, dass das Gesicht der Mannschaft komplett verändert werden muss. Erfahrene Leistungsträger haben ihre Handballschuhe an den Nagel gehängt oder den Verein gewechselt – ein harter Schlag für jedes BOL-Team. Doch im Amateursport bedeutet das eben auch eine riesige Chance.

Die Devise beim SC Freising lautete im Sommer: Jugend forscht und neue Impulse. Junge Talente aus der eigenen Jugend und hungrige Neuzugänge aus der Region mussten in die Fußstapfen der Routiniers treten. Dass das nicht von heute auf morgen funktioniert, war allen Beteiligten klar. Genau deshalb kam den vergangenen Trainingswochen eine absolute Schlüsselrolle zu.

Quälen am Erlebnisberg: Die Lunge brennt für die BOL

Bevor überhaupt an den Ball gedacht werden durfte, hieß es für die Männer: Quälen für die Grundkondition. Die Bezirksoberliga verzeiht keine Fitnessdefizite. Das Trainerteam bat die Truppe daher zu intensiven Laufeinheiten rund um die Freisinger Isarauen oder zu knackigen Treppensprints am Erlebnisberg.

In dieser athletischen Phase wurde geschwitzt, geflucht und die Basis für 60 Minuten Tempohandball gelegt. Rumpfstabilität, Kraftausdauer und Intervallläufe standen auf dem Programm, um das Team körperlich auf das harte Niveau der Amateurliga einzustellen.

Wer läuft wohin? Das große Kennenlernen in der Halle

Nach den Laufeinheiten im Freien kehrte endlich das geliebte Spielgerät zurück in die Halle. Hier wartete die größte Herausforderung des Neuaufbaus: Die spielerische Feinabstimmung. Wenn die Hälfte der Mannschaft neu zusammengewürfelt ist, greift anfangs kein Rädchen in das andere.

  • Das Abwehrbollwerk formen: Die klassische BOL-Härte und eine stabile Deckung mussten völlig neu einstudiert werden. Wer schiebt wie gegen den Kreisläufer? Die Absprachen im Innenblock mussten erst mühsam erarbeitet werden.
  • Angriffskonzepte pauken: Spielzüge wurden in den letzten Wochen in Dauerschleife trainiert. Wo läuft der Halbrechte hin? Welchen Pass erwartet der Außenbahnspieler? Jeder Laufweg musste neu verinnerlicht werden.

Teambuilding als wichtigster Erfolgsfaktor

Taktik ist das eine, aber was diese Freisinger Truppe durch die schwere BOL-Saison tragen soll, ist der Teamgeist. Wenn man sich auf dem Feld noch nicht perfekt blind versteht, muss man zumindest füreinander kämpfen.

Deshalb wurde das Teambuilding in diesem Sommer besonders großgeschrieben. Ob beim gemeinsamen Kaltgetränk nach einem harten Trainingstag, einem Ausflug in den Biergarten oder dem obligatorischen Trainingslager-Wochenende – die neuen und alten Spieler mussten schnell zu einer echten Einheit verschmelzen. Die Chemie stimmt jedenfalls: Der sprichwörtliche „Freisinger Zusammenhalt“ ist über die Vorbereitung hinweg spürbar gewachsen.

Der Ernstfall: Lehrgeld gegen den Aufstiegsfavoriten

Am vergangenen Sonntag hatte das Warten schließlich ein Ende – und die Aufgabe hätte kaum schwerer sein können. Mit der SpVgg Altenerding gastierte der absolute Top-Favorit der Liga in Freising. Die Gäste hatten in der vergangenen Saison den Aufstieg in die Landesliga erst am allerletzten Spieltag durch eine Niederlage gegen den BOL-Meister ASV Dachau verpasst.

Die am Ende erwartbare Niederlage für die neu formierten Freisinger war daher kein Beinbruch, sondern lieferte wertvolle Erkenntnisse. Positiv hervorzuheben war vor allem die kämpferische Leistung in der Abwehr: Die neu formierte Deckung hielt über weite Strecken stark dagegen und zeigte das Potenzial der Mannschaft. Im Angriff hingegen wurde deutlich, wo in den nächsten Wochen der Hebel angesetzt werden muss. Hier fehlte es noch an der nötigen Durchschlagskraft und der letzten Treffsicherheit – zu viele hochkarätige Chancen wurden Beute der starken gegnerischen Torhüter.

Die Vorbereitung ist damit offiziell Geschichte und der erste Härtetest bestanden. Der Grundstein für die Mission Klassenerhalt und den langfristigen Neuaufbau ist gelegt, und die Mannschaft wird aus diesem Spiel lernen, um in den kommenden Wochen die ersten Punkte einzufahren!